Erweiterung und Teilmodernisierung der Reha-Einrichtung im Schlosspark

Der Neubau lagert sich seitlich im Bogen an das alte Schloss an. Er wird in den entlang des Baches vorhandenen Baumbestand integriert. Der bestehende Park zieht sich auf der Ostseite bis an die geschwungene Kante des Neubaus heran. Auf der Westseite erstrecken sich drei Flügel in Richtung Bachtal. Die Gebäudeteile und die dazwischen liegenden Höfe ragen als Bastionen mit ca. zwei Meter hohen Mauern über die Überschwemmungsflächen auf. Sämtliche bauliche Maßnahmen liegen außerhalb der Hochwasserlinie.

Die Erschließung des Geländes erfolgt nicht wie bisher von Süden, sondern von der Nordseite aus. Besucher können den nördlich gelegenen Parkplatz nutzen und über die bestehende Straße den Eingangshof erreichen. Am Neubau selbst sind Kurzparkplätze für das Bringen oder Abholen von Patienten vorhanden. Krankenwagen, Notdienste, Feuerwehr und Anlieferung können das Gebäude von Norden her anfahren. Die Anlieferung erfolgt am nördlichen Flügel über einen kleinen Lieferhof, Krankentransporte können bis in den Eingangshof fahren und Patienten dort abliefern.

Der Eingangshof ist der Ankunftsort für das gesamte Gebäude. Gleichzeitig dient er als Aufenthaltsort nahe am Gebäude und Ausgangspunkt für Spaziergänge in den Park. Entsprechend dieser Funktionen ist die Gestaltung des Hofes funktional (befestigte Zufahrts- und Wendemöglichkeit Krankenwagen) und einladend zugleich. Bänke unter lichten Kleinbäumen bieten Sitzmöglichkeiten. Pflanzungen aus Stauden und Gräsern schaffen ein angenehmes Ambiente für Ankunft und Aufenthalt.

Der südliche Hof dient als Außentherapiebereich. In parallelen Bändern werden Elemente der Mobilitätsschulung angeordnet. Schräg geneigte Flächen, Stufen, verschiedene Oberflächenstrukturen dienen zur Vorbereitung der Patienten für die Entlassung.

Der Neubau liegt wie der Altbau ca. 80cm über dem Niveau des Parks. Parallel zum Neubau entlang des östlichen Erschließungsweges vermittelt eine Natursteinmauer zwischen den beiden Niveaus. Der Parkrasen zieht sich dadurch bis an die Gebäudekante. Zwischen Altbau und Neubau wird eine Wegeverbindung hergestellt. Eine behindertengerechte Rampe ermöglicht das Erreichen des Parkniveaus von Altbau und Neubau aus mit dem Rollstuhl.

Bestehende historische Strukturen und alter Baumbestand werden - soweit möglich – erhalten. Die alte Schlossterrasse – insbesondere die Stufenanlage - muss saniert werden. Rund um das Schloss werden die ursprünglichen Rosenbeete wiederhergestellt

Die Wege im Bereich des Schlosses werden wieder als wassergebundene Wegedecken hergestellt. Die neuen Zufahrten werden als Asphalt-Mastix-Deckschichten mit der gleichen Oberflächeneinstreu ausgeführt, um den einheitlichen Charakter der Wegeflächen zu gewährleisten. Besondere Aufenthaltsorte wie der Eingangshof, Außensitzplätze etc. werden mit Plattenbelägen versehen. Sämtliche Mauern werden aus Naturstein ausgebildet. Die bachseitigen hohen Mauern als Gabionen, die dem Park zugewandten niedrigen Mauern als geschichtete Natursteinmauern.

Die Gehölzpflanzungen orientieren sich an den bestehenden Gehölzen, verschiedene Arten von Großbäumen (Fagus, Quercus etc.) integrieren das neue Gebäude in den Park.

Château Colpach 'Centre de Convalescence'
2004 bis 2010 | 11.500m²
Bauherr: Croix Rouge Luxembourgeoise
Planungspartner: TR-Engineering, Jean Schmit
Leistung: Lph. 2-8


Realisierung

Planung