1. Preis nicht offener Realisierungswettbewerb

Die Außenanlagen verstehen sich einerseits als Bestandteil der urbanen Parklandschaft und integrieren sich als weiteres Element in das übergeordnete bahnbegleitende Nord-Süd-Grünband. Auf der anderen Seite bilden sie einen eigenständigen, sich klar abgrenzenden Freiraum für Schüler und Lehrer. Durch die städtebauliche Konfiguration ergibt sich eine klare räumliche Differenzierung zwischen den innenliegenden Pausenbereichen und Sportanlagen und den zum öffentlichen Straßenraum hin orientierten Baumgürtel und dem Eingangsplatz.

Ein grünes Aktivitätsband zoniert die Pausenbereiche der zwei Schulen sowie die Sportflächen. Mit dem Schulwäldchen als Herzstück zieht es sich zwischen den Pausenbereichen der Schule, den Sportflächen und der Sporthalle hindurch und verbindet Spielhöfe, Schulgärten, Beach-Volleyballfeld und einen kleinen Allwetterplatz. Einige dieser Elemente können bei Bedarf auch durch die Bewohner der Nachbarschaft genutzt werden. Angelagert an die Pausenbereiche stehen sie den Schülern in den Pausen zur Verfügung und können im Rahmen der Aktivitäten der Mittagsbetreuung genutzt werden.

Die Pausenbereiche der zwei Schulen sind räumlich klar dem Baukörper der jeweiligen Schule zugeordnet und durch eine grüne Zäsur voneinander abgetrennt. Durch die polygonale Form lassen sie sich gut in unterschiedliche Aktivitätszonen für bewegte Pause, Kontemplation oder Kommunikation gliedern. Entlang des Randes befinden sich als "erweiterter Pausenbereich" die Elemente des Aktivitätsbandes. Den Schülern stehen somit vielfältige und pädagogisch wertvolle Bereiche zur Verfügung.

Die innenliegenden Freiflächen werden räumlich gefasst von den Schulgebäuden, dem bestehenden Wäldchen. Im Herzen wird die Anlage eines "Schulwäldchens" vorgeschlagen, das einerseits einen teilweisen Ausgleich für Rodungen darstellt, andererseits vor allem aber einen wertvollen Erfahrungs- und Forschungsraum für die Schüler bildet. Das Wäldchen ist Kulisse für ein echtes grünes Klassenzimmer und wird durch einen Waldpfad zusätzlich erschlossen. Das bestehende Biotop wird in Teilen erhalten und dient als wertvolle Initialvegetation für das Schulwäldchen.

Das große Rasenspielfeld mit Laufbahn und den Allwetterplätzen in den Kreisbogensegmenten bleibt am bestehenden Standort. Die weiteren Allwetterplätze schließen sich im Nordwesten an und verbinden auf funktionale Weise zur Sporthalle. Es wird vorgeschlagen, das Beachvolleyballfeld und den kleinen Allwetterplatz zur Bewegungsförderung in die Pausenbereiche zu integrieren. Die Lage der Sportfelder ist hinsichtlich der Lärmemission unproblematisch. Die Ausrichtung in Nord-Süd-Richtung lässt eine gute Nutzung auch bei tiefstehender Sonne zu.

Ein großzügiger Eingangsplatz orientiert sich zur Pommerstraße und öffnet sich bis zur Kreuzung Werkvolkstraße. Hier befinden sich der gemeinsame Eingang zu den beiden Schulen und der Eingang zur Stadtteil-Bibliothek. Vorgelagert sind Bushalt und die Hol- und Bringzone für die Eltern.

Der Großteil des ruhendne Kfz-Verkehrs wird am nordwestlichen Grundstücksrand, von der Pommerstraße aus erschlossen, untergebracht. Die bestehenden Stellplätze im südöstlichen Bereich an der Werkvolkstraße bleiben erhalten. Die Fahrradständer sind dezentral an den Eingängen zu Schule und Sporthalle untergebracht. Die Anlieferung erfolgt über eine eigene Zufahrt an der Pommerstraße.

Ersatzneubau Schulzentrum Südwest, Nürnberg
2014 | 62.200m²
Bauherr: Stadt Nürnberg, Hochbauamt
Architekten: Gessert + Randecker Architekten BDA
Leistung: Wettbewerb 1. Preis


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