öffentliche Vorzone und introvertierte Landschaft zwischen den Gebäuden

Der Neubau des Cour des Comptes Européenne erstreckt sich entlang der Straßenkanten des neuen städtebaulichen Rasters. An der von der Straße abgewandten Seite ist der Konferenzsaal situiert.

Aus dieser räumlichen Situation entstehen zwei Bereiche mit Freiräumen verschiedenen Charakters: eine offene Vorzone entlang der Straßenflucht und eine introvertierte Landschaft zwischen dem bestehenden Gebäude und dem Neubau.

Prinzipiell sollen die Flächen zwischen dem bestehenden Gebäude und dem Neubau als arkadische, also offene und baumüberstandene Wiesenflächen ausgebildet werden. Auf diese Weise gelingt eine gute Verbindung mit den bereits bestehenden Außenanlagen im Süden des alten Gebäudes.

Im Bereich des Konferenzsaales wird der Höhenunterschied zwischen Neubau und Altbau durch eine stufenförmige Topografie überwunden. Die Terrassen bilden den "Jardin des Conférences". Der Garten ist vom Konferenzsaal aus betretbar und wird dadurch zur Aufenthaltsfläche für Pausen. Darüber hinaus ist er attraktive Kulisse für den Konferenzsaal, an dessen geschwungene Fassadenkante er sich anschmiegt. Der Garten wird von vielen Fenstern sowohl des alten, als auch der neuen Gebäude aus zu sehen sein.

Die Gestalt des Gartens wird so gewählt, dass er durch die Wahl von Pflanzen und Materialien zu einem besonderen Ort im Gelände wird. Im Garten wird das Regenwasser des Konferenzsaales aufgefangen und in zwei Becken gespeichert. Das Regenwasser soll permanent über ein Kreislaufsystem den Garten in einer Rinne durchfließen.

Das Dach des Konferenzsaales wird mit einer Extensiv-Begrünung versehen. Auf dem von den umliegenden Gebäuden gut einsehbaren Dach werden die Steinschichtungen des Gartens zwischen niedriger Vegetation fortgesetzt.

Der Eingangsbereich soll durch die Verwendung eines Plattenbelages mit außergewöhnlicher Farbe oder Struktur besonders gekennzeichnet werden. Der Eindruck eines kleinen Eingangsplatzes kann dadurch verstärkt werden, dass auch der Gehweg in diesem Bereich mit der gleichen Oberfläche ausgebildet wird. Wir schlagen vor, den Baumstreifen der Rue Erasme nicht für eine Vorfahrt zu unterbrechen. Taxis etc. können auf der rechten Fahrspur der Straße halten, um Fahrgäste aussteigen zu lassen. Der Baumstreifen wird deshalb mit befestigten Querungen versehen.

Um die Fläche zwischen Kreisel und Gebäude zu definieren, soll eine Mauerscheibe als verlängerte Kante der Fassade den Raum definieren und die Tiefgarageneinfahrt ausblenden. Die so entstehende, annäherend quadratische Platzfläche wäre gut geeignet, um ein Kunstwerk in Szene zu setzen.

Europäischer Rechnungshof in Luxembourg, Erweiterung K2
2001 bis 2007 | 4.400m²
Bauherr: Administration des bâtiments publics
Planungspartner: Schroeder et Associés
Leistung: Entwurfskonzeption


Planung