Temporäre Gestaltung der Brachfläche im Zentrum Belvals zur Integration des Containerstandorts in das neue städtebauliche Gefüge

Im Süden Luxembourgs entsteht derzeit auf einer 120ha großen Brache der Stahlindustrie das bedeutsame städtebauliche Entwicklungsgebiet Belval. Im Herzen des Gebietes wird eines der Baufelder aus eigentumsrechtlichen Gründen noch mehrere Jahre brachliegen, während die angrenzenden Baukörper und öffentlichen Räume bereits genutzt werden. Eine temporäre Gestaltung soll in dieser Übergangszeit den Ort von einer Restfläche in einen charaktervollen Aufenthaltsort, einen temporären Garten, verwandeln.

Als Gestaltgrundlage werden farbdynamische Elemente verwendet. Zunächst wird das gesamte Baufeld mit einer Schicht aus dunkelgrauem Schlackesplitt versehen, um es in einen einheitlich präsentablen Zustand zu versetzen. Ein aufgelegtes Raster aus Schlackequadern und Solitärgräsern besetzt die Fläche und verhindert wildes Parken. Herz und Zentrum des temporären Gartens ist das Ulmenfeld. Aus den vorhanden Bruchsteinen aus Beton und Schlacke wird eine Trockenmauer als Rahmen des Urnenfelds geschichtet.

Ohne tiefe Auskofferung kann so ausreichender Wurzelraum für die großen Bäume geschaffen werden. Zusammen mit der Rasenfläche auf dem Feld entsteht ein lichtgrüner Kontrapunkt im dunklen Splitt. Zur Überhöhung des Farbeffekts wird eine Spur aus rotem Glassplitt am Fuß der Trockenmauer gezogen. Das Rot des Splitts nimmt die Farbigkeit der angrenzenden Baukörper der Dexia-Bank auf, die das Baufeld wahrscheinlich zu einem späteren Zeitpunkt auch bebauen wird.

Jardin temporaire am Stahlhof, Belval
2010 bis 2012 | 6.000m²
Bauherr: Agora Société de développement
Leistung: Lph. 2-8


Realisierung

Planung