2. Phase Europaweit offener, zweiphasiger Realisierungswettbewerb

Grundkonzept

Das obere Niveau an der Johannisstraße und das untere Niveau am Eichplatz sollen nicht als getrennte Plätze, sondern als zusammenhängender Raum wahrgenommen werden. Der Höhenunterschied wird durch eine großzügige Treppe überwunden, die durch ihre flachen Stufen und die großzügigen Podeste die beiden Niveaus nicht trennt, sondern zusammenführt. Die Platzmitte wird von einem Baumhain überdacht, der sich über die Stufenanlage bis auf das Höhenniveau der Johannisstraße zieht und so die Einheit weiterführt. Die Randbereiche können vom Einkaufszentrum und von den neuen Gebäuden aus bespielt werden. Die offene Fläche im Süden dient als Veranstaltungsfläche.

Die Wasserlinie im angrenzenden Bereich der Johannisstraße wird über eine Kaskade auf den Platz geführt. Wassersprudel bereichern das Band. Eine barrierefreie Verbindung für Radfahrer, Senioren und Eltern mit Kinderwägen wird zwischen den beiden Niveaus durch einen quer über die Treppenanlage führenden Weg sichergestellt. Großzügige Holzdecks auf den Stufen bilden informelle Sitzgelegenheiten und wandeln die Treppenanlage zum attraktiven Aufenthaltsort. Unter dem Baumhain gibt es einen Bereich mit Spielgeräten. Eine alte Eiche mit charaktervollem Wuchs wird im Hain platziert als Reminiszenz an die Namensgebung des Platzes und an die Geschichte des Ortes. Dort wurde im Jahre 1816 als Zeichen der Erinnerung an die französische Besetzung eine Eiche gepflanzt.

Topografie

Der höher gelegene Bereich auf der Johannisstraße wird mit dem tiefer gelegenen Bereich mit Hilfe einer Treppenanlage mit flachen Stufen verbunden. Die Podeste unterteilen die Treppe in mehrere überschaubare Pakete. Der querverlaufende Weg mit nicht mehr als sechs Prozent Steigung bietet eine barrierefreie Alternative zu den Stufen. Auf Bastionen oder Gebäude zum Abfangen des Höhenunterschiedes wird bewusst verzichtet, um den Platz als zusammenhängende Einheit erlebbar zu machen und stadträumlich zu klären.

Stadtboden

Nicht nur die Wasserlinie wird auf den Platz geführt, sondern auch die Plattenbänder im Sinne des formatio jenensis setzen sich fort und rahmen den Platz. Auf dem Platz wird ein einheitlicher Belag aus Granitpflaster in freiem Verband ausgelegt, der sich auch über die Treppe zieht.

Vegetation

Der Baumhain auf der Platzmitte wird aus lichten Großbäumen, wie zum Beispiel Gleditschien (Gleditsia triacanthos f. inermis), gebildet. Die Eiche soll als besonders alter und knorriger Solitär eine markante Stelle im Hain bilden. Unterflurbaumscheiben sichern gute Bodenverhältnisse und gute Wachstumsmöglichkeiten. Bei der Entwässerung des Platzes wird darauf geachtet, den Bäumen genügend Regenwasser zuzuführen.

Die Pflanztröge vor dem Einkaufszentrum werden übernommen und bilden eine wegbegleitende Linie, die auf den Platz führt. Feuer-Ahorne (Acer ginnala) setzen farbige Akzente.

Ausstattung

Breite Holzdecks auf der Treppe im Baumhain schaffen attraktive Aufenthaltsorte. Von den Bäumen überschattete skulpturale Spielelemente bilden einen Spielpunkt im Hain. Auch das Wasserband stellt einen attraktiven Spielbereich dar. Zudem spiegelt das Wasser Gestaltungselemente und Vegetation wider.

Beleuchtung

Die Grundbeleuchtung erfolgt über Leuchten an den Fassaden der umgebenden Gebäude. Besondere Lichtspots setzen die Treppe als topografische Besonderheit, den Baumhain und die Wasserlinie in Szene.

Platzgestaltung Eichplatz in Jena
2012 | 3.800m²
Bauherr: Stadt Jena
Leistung: Wettbewerb 2. Phase


Planung