nachhaltige Sanierung des Weihers, der Uferkanten und der umgebenden Wege- und Platzflächen

Ziel des Projekts ist die nachhaltige Sanierung des Weihers hinsichtlich der Entwicklung einer möglichst pflegeextensiven Wasserbewirtschaftung, die Sanierung der Uferkanten und die Erneuerung der umgebenden Wege- und Platzflächen.

Geländeflächen

Bei der Bearbeitung der Geländeflächen orientiert sich die Planung an der Bestandsmodellierung des Parks. Die vorgefundenen Höhen werden aus Rücksicht auf den zu erhaltenden Baumbestand größtenteils übernommen. Lediglich im Bereich der Weiherinsel wird eine Veränderung vorgenommen. Da der Wasserarm in der Vergangenheit zu gering durchströmt wurde und schnell verschlammt, wird er verfüllt und es entsteht statt der Insel eine neue Uferwiese, die von den Besuchern als Aufenthaltsort genutzt werden kann.

Befestigte Flächen

Die südliche und östliche Weiherkante wird als eine Einheit verstanden und als ,Platz am See‘ und ,Seeterrasse‘ geplant, um den Uferbereich gut nutzbar zu machen. Die Plätze werden mit Granitplatten- und Pflasterbelag in wildem Verband aus dem Parkbestand ausgebildet. Die Wegeverbindungen aus großen Granitplatten, ebenfalls größtenteils aus dem Parkbestand, dienen als einheitliches Gerüst und fügen sich in die Materialverwendung der übrigen Parkflächen ein. Der Platz am Neptunbrunnen wird mit neuem Granitpflaster ausgestattet, das als hochwertiger, ebenflächiger und gut begehbarer Belag den Ansprüchen an die Barrierefreiheit genügt.

Die Wegeführung am Schillerdenkmal wird geändert und durch einen kleinen Vorplatz ergänzt, um dem Denkmal mehr Raum und Aufenthaltsqualität zu geben und das Konfliktpotential mit Radfahrern zu minimieren, die direkt zu Füßen des Denkmals entlang fahren.

Baukonstruktionen in Außenanlagen

Die Ufermauer im Süden des Weihers ist marode und wird durch eine neue Mauer als Betonkonstruktion mit Granitvormauerung ersetzt. Das Geländer wird als handwerklich gefertigte, lackierte Stahlkonstruktion ausgebildet. Die Stufenanlagen aus hochwertigen Betonblockstufen als Sitz- und Treppenstufen am Ostufer des Weihers ersetzen die ehemalige Böschung. Sie erweitern die Plätze bis zum Weiher und ermöglichen ein Herantreten und Sitzen am Wasser.

Technische Anlagen in Außenanlagen

Die Wassereinspeisung des Weihers erfolgt im Norden (kleiner Weiherbereich) über einen neu geplanten Tiefbrunnen T2 und südwestlich der Brücke (großer Weiherbereich) über eine Zuleitung aus dem vorhandenen Tiefbrunnen T1. Die Überlaufbereiche in die Sickerzonen befinden sich im Süden des Weihers, so dass eine Durchströmung des gesamten Weihers gewährleistet ist. Ein kompletter Wasseraustausch wird ca. alle zwei Wochen erreicht. Die Sickerflächen sind so dimensioniert, dass ein Katastrophenregen mit einem max. Rückstau von 10cm Wasserstandsanstieg abgeführt werden kann.

Für die Wasserfläche des Weihers wird zur Sauerstoffanreicherung eine Fontaine vorgesehen, die mit einer schwimmenden Tauchpumpe realisiert wird.

Einbauten in Außenanlagen

Die Ausstattung entlang der Wege und am ,Platz am See‘ besteht aus paarweise angeordneten Einzelbänken mit Lehne und Sitzgruppen (geschwungene Bank mit Tisch). Der Platz am Neptunbrunnen ist mit langen Bänken, die die geschwungene Form des Platzes nachempfinden, ausgestattet.

Wasserflächen

Die bestehende Einfassung der Wasserfläche aus Mehrzeiler und Betonrand wird unter Wiederverwendung der Pflastersteine abgebrochen, da der Betonrand sich als nicht zu sanierend erwiesen hat. Der Uferrand des Weihers wird unterschiedlich ausgebildet. Bei den Plätzen werden Sitzstufen aus hochwertigen Betonfertigteilen eingebaut, so dass die Plätze sich bis an die Wasserfläche erstrecken. Der überwiegende Uferrand ist dem Bestandsrand nachempfunden und wird mit hochwertigen Betonfertigteilen und einem 3-Zeiler aus dem Bestandspflaster gebildet. Betonfertigteil und Zeiler werden flacher als im ehemaligen Bestand eingebaut, um ein Herantreten ans Wasser besser zu ermöglichen.

In den Bereichen beidseits der Brücke und der Abfischgrube wird das Ufer naturnah ausgebildet. Im Bereich mit Wassertiefen von 0-40cm ist eine Flachwasserpflanzung geplant. Beidseits an die Abfischgrube im Südwesten angrenzend wird das Ufer als Sickerzone ausgebildet. An eine Flachwasserpflanzung schließt sich eine wechselfeuchte Pflanzung mit sickerfähigem Filtersubstrat an, die zur Versickerung des überschüssigen Weiherwassers dient. Zum Ufer hin bildet eine Pflanzung aus Gräsern und Großsstauden den Abschluss.

Die bestehende Lehmdichtung des Weihers wird in den Randbereichen neu erstellt, in der Weiherfläche ggf. die oberste Lehmschicht überarbeitet. In Teilbereichen an der Brücke und bei den Sickerzonen werden submerse Wasserpflanzen zur Reinigung des Wassers eingesetzt.

Pflanz- und Saatflächen

Neue Baumpflanzungen werden auf der Uferwiese und am ,Platz am See‘ getätigt, um den Bestand zu ergänzen. Als Kulissenpflanzung für das Schillerdenkmal werden schmalkronige, kleine Säulenbäume als Ersatz für die ausgewachsene Eibenhecke eingesetzt. Platzbegleitend werden Gräserbänder aus gestuften Gräser- und Staudenpflanzungen, sowie Schnitthecken als Rahmen für den Platz am Neptunbrunnen vorgesehen. Naturnahe Wasserrandpflanzungen bilden an den Naturufern den Übergang zur Rasenfläche. Die Rasenflächen werden größtmöglich erhalten.

Stadtparkweiher Nürnberg
2013 bis 2015 | 22.000m²
Bauherr: Stadt Nürnberg, vertreten durch SÖR
Planungspartner: Christofori & Partner
Leistung: LP 1-9 HOAI §39 Freianlagen


Realisierung

Planung