1. Preis Wettbewerb zur Umstrukturierung und Erweiterung des Weinguts

Das Chateau liegt inmitten seiner Weinberge. Der Charakter der Landschaft und des Chateau ist schnörkellos, schlicht. Die Schönheit der Landschaft und der Gebäude entsteht aus ihrer Funktion heraus, aus dem Geist der Landnutzung der hier herrscht. Dies gilt es zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Der bestehende Hof zwischen Schloss und Produktionsgebäuden bleibt in seiner Konfiguration erhalten. Zwischen Chateau und Produktionsgebäuden gelegen, ist er Empfangsfläche für die Besucher, Verbindung zwischen dem Rohstoff Traube und dem veredelten Produkt. In seinem Zentrum werden zwei Rasenflächen in Wasserbecken umgewandelt. Wasserstrahlen verdichten sich zur Mitte hin, zur Blickachse in die Landschaft und zum Schloss.

Die neuen Baulichkeiten werden in die Topographie der umgebenden Landschaft einbeschrieben. Der Produktionsteil mit seinen großen Lagerflächen liegt in der Erde. Die entstehenden Dachflächen werden Teil der Landschaft. Sie formen einen Biodiversitäts-Teppich, der den Gebäuden vorgelagert ist und den Übergang zu den den Weinbergen bildet. Dort finden sich alle Elemente, die für die Landnutzung in Guiraud bedeutsam sind. Betretbare Rasen- und Kiesflächen erlauben das Durchschreiten der Felder. Wildblumenwiesen und Zuchtflächen von Gehölzen verweisen auf die Bedeutung der natürlichen, unkultivierten Pflanzen für die Weinproduktion als Heimstatt von Nützlingen und biologisches Gegengewicht zur Monokultur Wein. Kräuter- und Gemüsebeete mit hoher genetischer Vielfalt sind, wie das Gewächshaus zur Aufzucht junger Reben, Bestandteil der biologischen Vielfalt, die Guiraud auszeichnet.

Der Park im Norden des Schlosses mit seiner großzügigen Rasenfläche und den Bäumen soll in seinem Charakter gestärkt werden. Das Tennisfeld wird rückgebaut und der Park bis an die alte Mauer gezogen. Entlang des Schlosses im Bereich des rückwärtigen Austritts zieht sich ein Streifen aus Stauden, Kleinsträuchern und Kletterfpflanzen, die durch ihre Blüte und ihren Duft ein angenehmes Ambiente für die Gäste schaffen.

Die Besucher von Guiraud kommen über die Platanenallee oder die Straße von Sauternes zum Schloss. An jedem Ankunftspunkt werden den Besuchern Stellplätze angeboten. Sie liegen informell unter Bäumen in Sichtweite der Eingangstore zum zentralen Hof. Von dort aus kommen die Besucher über den Hof zum Empfangspunkt in der Mitte der Anlagen.

Die Anlieferung von Trauben erfolgt an der bestehenden Traubenpresse. Wege aus Schotterrasen entlang des neuen Gebäudes erlauben die Zufahrt ohne eine Querung der Straße oder der Besucherstellplätze. Auch der Wirtschaftshof hat über diese Wegeverbindung einen direkten Anschluss an die Felder. LKWs für die Anlieferung von Flaschen etc. können längs der Straße halten oder im Bereich der Traubenpresse rückwärts anfahren.

Weingut Château Guiraud, Sauternes
2008
Bauherr: Château Guiraud
Architekten: Jim Clemes
Leistung: Wettbewerb 1. Preis


Planung