Campus Olympiapark

Anerkennung nichtoffener städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb mit Realisierungsteil für den Neubau Sport- und Gesundheitswissenschaften Campus im Olympiapark

Campus Olympiapark
2015 | 350.000m²
Auftraggeber: Freistaat Bayern
Architekten: h4a
Leistung: Wettbewerb Anerkennung

Gesamtkonzept
Das denkmalgeschützte Grundgerüst des Olympiaparks und dessen Gestaltungselemente werden erhalten und mit der Neuplanung fortgeführt: die lineare Mittelerschließung als Nord-Süd-Achse, die begrünten Wälle, die das Becken mit den Sportflächen rahmen und die gerasterten Gehölzpflanzungen.
Die Erschließungsachse weitet sich im Nord- und Südbereich zu zwei zentralen Plätzen auf, um die die Sportflächen angeordnet sind. Offene Wiesenflächen bilden einen grünen Gürtel im Übergangsbereich zwischen Sportanlagen und Wällen.

Erschließung
Die zentrale Achse verbindet den Nord- und Südbereich miteinander. Sie nimmt die Versprünge der bestehenden Erschließung auf und erzeugt dadurch spannungsreiche Abschnitte. Sitzgelegenheiten gliedern die Achse und laden zum Verweilen ein. Abzweigende Querwege nach Osten und Westen erschließen die Sportanlagen und reichen bis in den grünen Wiesengürtel.
Zugangskontrollen verhindern die Nutzung des gesamten Sportparks von nicht registrieren Personen. Das Wegenetz ist für eine Nutzung durch Fußgänger und Radfahrer vorgesehen. Die Zufahrt für den motorisierten Verkehr erfolgt über den Georg-Brauchle-Ring im Süden. Das Gelände kann lediglich bis zur Tiefgaragenzufahrt am neuen Gebäudekomplex bzw. zu den Behindertenstellplätzen am BFTS befahren werden.

Grüner Wiesengürtel
Der Grüngürtel bildet das Verbindungselement zwischen den im Kontrast zueinander stehenden, streng orthogonal angeordneten Sportfeldern und dem frei geschwungenen Wall. Die Wiesen können als Rückzugs- und Entspannungsorte genutzt werden, aber auch für sportliche Aktivitäten. Die Laufstrecke wird durch die Wiesenflächen hindurchgeführt. An den Kreuzungspunkten von Erschließungswegen und der Laufstrecke werden Begegnungsorte vorgeschlagen, die durch eine wiederkehrende Gestaltung einen hohen Erkennungswert besitzen. Sie gliedern die Laufstrecke und können für Pausen zur Regeneration genutzt werden.

Vegetation
Die Nord-Süd-Achse und die abzweigenden Wege werden von Baumreihen begleitet, die sich jeweils zur Mitte verdichten. Das Thema des Baumrasters wird auf den Plätzen wieder aufgenommen. Ihre Form unterstützt die orthogonale Struktur der Freiräume. Das Baumraster südlich der U-Bahn-Station ergänzt die bestehenden Gehölzstrukturen der Wälle. Der grüne Wiesengürtel hingegen ist von locker gestreuten Solitärbäumen durchsetzt.


Südgelände

Der Zugang zum Gebäudekomplex erfolgt über das Fuß- und Radwegenetz auf dem Kusocinskidamm. Eine Querung auf Höhe des Damms führt auf das begehbare Dach des Gebäudesockels, das sich zu einem öffentlichen Freiraum weitet. Die erhöhten Freiflächen bieten weite Ausblicke über die Sportanlagen. Die multifunktional nutzbaren Plätze können für verschiedene Aktivitäten genutzt werden, zum Beispiel für kleine Veranstaltungen oder auch als Rückzugsorte zum Entspannen. Die Zugangskontrolle zu den Gebäuden erfolgt an den Eingängen.

Auf Höhe des Gebäudekomplexes weitet sich die Nord-Süd-Achse zu einem zentralen Platz. Der Platz bildet das Herzstück des Südgeländes. Kleinere Sportfelder, die Kletter- und Boulderanlage sind in unmittelbarer Nähe zum Platz angeordnet und garantieren somit kurze Wege. Verschiedene Gestaltungselemente wie Aussichtspunkt, Sitzgelegenheiten oder Heckenbänder verleihen dem Zentrum eine hohe Aufenthaltsqualität. Auf dem zentralen Platz findet der „Lichtsatellit“ einen neuen Standort.
Mehrere befestigte Flächen wie die Mensaterrasse erweitern den Gebäudekomplex nach außen in den Freiraum. Zwischen Institutsgebäude und dem Gebäude des BFTS entsteht eine hofartige Situation, die den neuen Gebäudekomplex mit dem bestehenden Gebäude verknüpft.
Querverbindungen zweigen von der Achse ab und führen zu den größeren, weiter außen liegenden Sportplätzen.


Nordgelände

Die Sportanlagen werden um den Platz im Zentrum des Nordgeländes angeordnet. Die befestigte Fläche kann als Treffpunkt oder während Pausen zur Erholung genutzt werden.
Der grüne Wall wird im Nord-Osten fortgeführt und vermittelt auf einen Platz an der U-Bahn-Station, der verschiedene Funktionen übernimmt: er dient als zentraler Eingangsplatz zum Nordgelände, als Zugang zur U-Bahn-Station und als Aufenthaltsort. Rezeption, Umkleiden, Sanitär und Kiosk werden dort verortet.
Das Umfeld des Vereinsheims wird neu geordnet und von der Nord-Süd-Achse mit den Sportfeldern verknüpft.