Neubau Paul-Winter-Realschule, Neuburg

Neubau einer 5-zügigen Realschule mit 2-fach Sporthalle und Freisportflächen in topographisch schwieriger Situation mit Regenwassermanagement

Neubau Paul-Winter-Realschule, Neuburg
2016 bis 2021 | 51.000m²
Bauherr: Landkreis Neuburg-Schrobenhausen
Architekten: Behnisch / ALN
Leistung: Freianlagen Lph. 2-9

Das vorgesehene Baugrundstück ist bisher landwirtschaftlich genutzt. Das Ackerland weist nur untergeordnete Bestandsvegetation auf. Die Erschließung erfolgt bisher über den feldwegartigen Kreuter Weg entlang der südlichen Grundstücksgrenze. Das Gelände weist einen starken Höhenunterschied auf, es fällt vom höchsten Punkt im Nordwesten bis zum tiefsten Punkt im Südosten um ca. 24m.

Das Schulgebäude ist als höhengestaffelter und zusammenhängender Gebäudekomplex mit mehreren Flügeln, die durch einen zentralen Nordwest-Erschließungsbereich verbunden sind, vorgesehen.
Abgesetzt im Westen liegt die Sporthalle als eigenständiger Baukörper. Die ganze Anlage ist parallel zum Kreuter Weg ausgerichtet und bewegt sich mit der natürlichen Topographie nach oben. Durch die gedrehten Gebäudeflügel nach beiden Seiten werden Höfe definiert, die sich zum Kreuter Weg nach Süden oder zu den rückwärtigen Pausenbereichen öffnen und zu diesen vermitteln. Sie werden als überwiegend befestigte Flächen ausgebildet und dienen z.B. als Eingangsbereich, Pausenbereich oder Werkhof.

Aufgrund der topographischen Situation haben die Höfe unterschiedliche Niveaus, mit denen sie an die Gebäude anschließen. Der Zuschnitt der Flächen erfolgt so, dass die entstehenden Höhenunterschiede über nicht zu steile Böschungen ausgebildet werden können. Teilweise werden die Böschungen mit Sitzstufen ausgeformt, die als Tribüne oder informelle Sitzgelegenheiten zur Verfügung stehen und den Pausenbereichen einen definierten Randabschluss geben.
Im Osten befinden sich die notwendigen Kfz-Stellplätze weitgehend in die bestehende Topographie integriert. Der Schulkomplex ist in der Mitte des Grundstücks angeordnet, mit den Erschließungsflächen am Kreuter Weg und den Pausenbereichen im Norden. Im Westen sind die Freisportflächen im Anschluss an die Sporthalle situiert. Der Kreuter Weg wird als öffentliche Erschließungszone von Osten her bis zur Turnhalle als großzügiger Shared Space Bereich für Fußgänger, Fahrradfahrer und die Anlieferung/ Feuerwehr vorgeschlagen, der über einen neuen südlichen Abzweig mit dem Sehensander Weg verknüpft wird. Eine wegebegleitende, unregelmäßige Gehölzpflanzung markiert den Ortsrand und stärkt den Weg.

Ein Erschließungsgrundstück südöstlich des Kreuter Weges dient der Abwicklung des Bus- und Hol-Bring-Verkehrs. Die am tiefsten liegenden Flächen können als Retentions- und Versickerungsbereiche für das anfallende Regenwasser des Schulkomplexes verwendet werden.